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Es gibt einen Trick, mit dem sich der Wiedereinstieg in die private Krankenversicherung ohne neue Gesundheitsprüfung sichern lässt: die Anwartschaft. Wir haben davon erfahren — kurz nachdem wir schon gekündigt hatten. Kein Weg zurück mehr. Was wir daraus gemacht haben und was wir heute anders angehen würden.

Die Anwartschaft: Was sie kann und was nicht

Eine Anwartschaft „friert“ den bestehenden PKV-Vertrag ein, statt ihn zu beenden. Es gibt zwei Varianten. Die kleine Anwartschaft sichert nur den Gesundheitszustand: Bei der Rückkehr gibt es keine neue Gesundheitsprüfung und keine Zuschläge für zwischenzeitliche Erkrankungen — kostet meist nur einen kleinen zweistelligen Betrag im Monat. Die große Anwartschaft sichert zusätzlich das ursprüngliche Eintrittsalter und die bereits angesparten Alterungsrückstellungen — deutlich teurer, meist 20 bis 40 Prozent des vollen Beitrags, dafür bleiben die Beiträge im Alter spürbar günstiger.

Der entscheidende Satz, den wir zu spät gelesen haben: Die Anwartschaft ist eine Umstellung des laufenden Vertrags — sie muss vereinbart werden, bevor der Vertrag endet. Ist erst einmal wirksam gekündigt, gibt es in aller Regel keine Anwartschaft mehr. Der Zug ist dann abgefahren.

Unsere Entscheidung: Erstmal gar nicht mehr versichert

Als uns das bewusst wurde, war die Kündigung bereits raus. Wir standen vor der Wahl: mit neuer Gesundheitsprüfung wieder einsteigen, oder erstmal ganz ohne private Krankenversicherung weiterleben. Wir haben uns bewusst für Letzteres entschieden — mit einem Hintergrund, der uns die Entscheidung leichter gemacht hat: Wir hatten über viele Jahre überdurchschnittlich viel in die Krankenversicherung eingezahlt, waren selbst aber kaum je beim Arzt. Unsere Rechnung: Erst das an eigenen Arztkosten wieder „hereinholen“, was wir aus unserer Sicht über die Jahre zu viel geleistet haben — und uns erst danach wieder versichern.

Wie sich das im Alltag anfühlt und was Arztbesuche aus eigener Tasche tatsächlich kosten, beschreiben wir ausführlich auf unserer Seite Gesundheit. So viel vorweg: Es war günstiger, als jede Monatsprämie es gewesen wäre.

Was wir heute anders machen würden

Der eigentliche Fehler war nicht die Entscheidung gegen die Versicherung — die trägt für uns. Der Fehler war die Reihenfolge: erst kündigen, dann von der Anwartschaft erfahren. Dabei lohnt sich gerade hier gründliche Vorarbeit, denn Anbieter unterscheiden sich mehr, als man denkt. Bei manchen Auslandskrankenversicherungen etwa lässt sich eine längere Absicherung vereinbaren, solange der alte Vertrag noch nicht gekündigt ist — ein Detail, das nur auffällt, wenn man vorher gezielt danach fragt.

Unser Rat, wenn du gerade vor der gleichen Entscheidung stehst: Kläre alle Optionen — Anwartschaft (klein oder groß), Sonderregelungen einzelner Anbieter, Fristen — bevor du irgendetwas kündigst. Was einmal weg ist, lässt sich nicht zurückholen.

Deine Rechnung ist nicht unsere

Ob sich eine Zeit ohne Krankenversicherung lohnt, hängt an ganz persönlichen Zahlen: was du bisher eingezahlt hast, wie oft du wirklich zum Arzt gehst, welche Anbieter für deine Situation infrage kommen. Wenn du das für dich durchrechnen willst: Melde dich gern.

Stand: Juli 2026. Erfahrungsbericht, ergänzt um allgemeine Informationen zur Anwartschaftsversicherung (kleine/große Anwartschaft, § 204 Abs. 5 VVG) — keine Versicherungs- oder Rechtsberatung. Bedingungen sind anbieterabhängig und ändern sich; kläre deinen Fall direkt mit deinem Versicherer.
© Image: Generated with AI